A.W. Amos Leben

Anton Wilhelm Amo

Antonius Gvilielmus Amo Afer ab Aximo in Guinea”, besser bekannt als „Anton Wilhelm Amo“ ( * um 1700, † nach 1752 ) war ein Philosoph und Rechtswissenschaftler, welcher damals als „schwarz afrikanische“ Lebewesen (Mohren) in „Deutschland“ und Europa galt. Er ist einen unter die mehreren „Mohren“, deren Menschlichkeit aberkannt wurde. Teile seiner Werken sowie Existenznachweisen haben die Ausrottung von „nicht weißen“ hautfarbigen Menschen, wie er, aus „Deutschland“ und Europa überstanden. Er studierte und lehrte Menschenrechte sowie die „schwarze afrikanische – Negride“ Herrschaftszeit in damalige Europa an den Universitäten Halle-Wittenberg und Jena. Er war jedoch nicht der erste sogenannte schwarze „Urafrikaner“ seiner Zeit, der eine sogenannte europaische Universität besuchte, wie von manchen behauptet wird. Zum Beispiel einen sogenannte schwarzer urafrikanischer Philosoph, genannt Memnon, lebte in der Neo-platonische Era zwei Jahrhundert nach Christus und dessen Abbild wurde in dem Buch mit Titel Anton Wihlhem Amo Der Schwarze Philosoph in Halle: by Burchard Brentjes (1976:24) gemalht.
Beispiele von führenden Rollen von Schwarzen Frauen im obigen Zusammenhang wurde beispielsweise durch Sylvia Serbin in ihr Buch, „Reines d‘Afrique et héroines de la diaspora noire“ dargestellt. Die historiche Wahrheit ihrer Arbeit wurde durch einen deutschen Verlag in fesselnden rassistische Lüge verdreht. Dazu gab es eine Klage wegen Fälschungen. [Mehr…]

Erste Lebensjahre

Anton Wilhelm Amo wurde um 1700 in Axim an der Goldküste, die heutige Kolonie Ghana geboren.
Er gehörte den westafrikanischen Nzema an, eine Untergruppe der ethnischen Gruppe der Akan.
Amo kam 1707 als Eigentum der Holländisch-Westindischen Gesellschaft in das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Dort wurde er an den Hof der humanistisch geprägten Herzöge und Fürsten Anton Ulrich und Ludwig Rudolf von Braunschweig-Wolfenbüttel verschenkt.
Am 29.Juli 1707 wurde er in Wolfenbüttel in der Schloßkapelle Salzthal, als „Anton Wilhelm Amo“ getauft.

Schulische Bildung und Studium

Die Ziehväter Amos ermöglichten ihm eine hervorragende Ausbildung.
Von 1717 – 1721 besuchte er die Ritterakademie Wolfenbüttel und danach die Universität Helmstedt von 1721 – 1727.
So lernte er u.a. Deutsch, Französisch, Griechisch, Hebräisch, Holländisch und Latein.
Ab 1727 studierte er an der Universität Halle Philosophie und Jura. 1729 verfaßte er eine sog. Disputation unter dem Titel „De iure Maurorum in Europa“ ( „Über die Rechtsstellung der Mohren in Europa“ ), diese Schrift gilt leider als verloren. Um 1730 erlangte er das Magister in Philosophie und den Freien Künsten. 1734 folgte in Wittenberg seine philosophische Dissertation über “De humanae mentis apatheia” ( das „Leib-Seele-Problem“ ). Er arbeitete in den kommenden Jahren zwischen 1736 – 1747 als Dozent an den Universitäten Halle, Wittenberg und Jena.

Rückkehr nach Afrika

Als im Jahr 1735 sein Mentor Ludwig Rudolf Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel starb, war Amo fast auf sich allein gestellt. Den schwersten Rückschlag musste er allerdings 1743 durch den Tod seines Freundes und Beschützers Johann Peter von Ludewig verkraften.
Doch nicht nur der Tod seines Mentor und Freundes, sondern auch der agressiver auftretende Rassismus werden ihn zu einer Heimkehr nach Ghana veranlasst haben.
Die Spottgedichte welche der Hallenser Rhetorikprofessor Johann Ernst Philipp 1747 gegen Amo veröffentlichte – diese wurden sogar in den „Wöchentlich Hallischen Anzeigen“ beworben – beleidigten Amo auf der Grundlage seiner afrikanischen Herkunft.
Im selben Jahr verließ er Deutschland in Richtung Axim.
Dort und im Fort Chama – einer ausgebauten Kolonialfestung – lebte er bis zu seinem Tod.
Laut dem Schweizer Schiffsarzt „Gallandats“, der letzte Mensch welcher 1752 belegbar mit Amo gesprochen hat, lebte er zurückgezogen als Eremit und war von den Menschen als Wahrsager verehrt. Das Amo ausgerechnet im von den Kolonialmächten beherrschten Fort Chama lebte und starb, ist eine Tragödie der Geschichte, wusste er doch durch seine umfangreichen Studien und seinen langen Aufenthalt in Europa am besten was mit den Menschen welche von dort deportiert wurden geschehen würde.

Amo Denkmal in Halle/Saale

Im Jahr 1965 widmete die Universität Halle dem Gedenken A.W. Amos eine Bronzeplastik, eine Afrikanerin und einen Afrikaner nebeneinander stehend, nach einem Entwurf von G.Geyer.
Die Statuen stehen noch heute auf einer Rabatte in der Nähe des neuen Juridicum und des Franz-von-Liszt-Hauses.

Anton-Wilhelm-Amo-Preis

Seit 1994 verleiht die Universität Halle-Wittenberg, den „Anton-Wilhelm-Amo-Preis“ für „eine vorzügliche wissenschaftliche Leistung eines Studenten oder Graduierten“.

PreisträgerInnen:

1994: Zbigniew Janasz (Polen), FB Verfahrenstechnik
1995: Dr. Kay-Uwe Wagner, Landwirtschaftliche Fakultät / Dr. Karsten Seidelmann, FB Biologie
1996: P. Daniel Jeyaraj (Indien), Theologische Fakultät / Reinhard Borek, FB Physik
1997: Dr. Frank Becke, FB Chemie / Dr.-Ing. Ralf Steiner, FB Werkstoffwissenschaften
1998: Dirk Lorenz, FB Physik
1999: Maik Hattenhorst, FB Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften
2000: Claudia Groß, Medizinische Fakultät / Andreas Petter, FB Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften
2001: Ulf Scharrer, FB Kunst-, Orient- und Altertumswissenschaften
2002: Michael Hecht, FB Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften
2003: Livia Böhme (Ungarn), Landwirtschaftliche Fakultät
2004: Andrea Loewendorf, Medizinische Fakultät
2005: Ahmed Besheer (Ägypten), FB Pharmazie
2006: René Keil, Medizinische Fakultät / Steven Walczak, Naturwissenschaftliche Fakultät II – Chemie und Physik

Literatur:

* Burchard Brentjes: Anton Wilhelm Amo. Der schwarze Philosoph in Halle; Leipzig (Koehler & Amelang) 1976.

* Monika Firla: Anton Wilhelm Amo ( Nzema, Rep. Ghana ). Kammermohr – Privatdozent für Philosophie – Wahrsager. In: Tribus 51. 2002.

* Yawovi Emmanuel Edeh: Die Grundlagen der philosophischen Schriften von Amo. Essen 2003. ( Dissertation im Fach Philosophie ).

* Jacob Mabe: Wilhelm Anton Amo interkulturell gelesen. Verlag Traugott Bautz. Mitte 2007.

Eine Wanderausstellung über Amo kann beim Verein „Für ein buntes Miteinander e. V. “ in Wittenberg ausgeliehen werden.